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Praxis-Ratgeber

Unterfaden spulen – Schritt-für-Schritt Anleitung

Der Unterfaden ist genauso wichtig wie der Oberfaden. Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, wie Sie den Unterfaden richtig aufspulen und häufige Fehler vermeiden.

Was ist der Unterfaden und warum brauchen Sie ihn?

Der Unterfaden liegt auf einer Spule unter dem Nähfuß in der Nähmaschine. Während Sie nähen, vermischen sich Ober- und Unterfaden in der Mitte des Stoffs und bilden den Stich. Wenn der Unterfaden leer ist, können Sie nicht nähen – Sie brauchen ihn also regelmäßig aufgespult.

Der Unterfaden ist normalerweise etwas dünner und feiner als das Oberfaden-Garn. Das macht ihn robuster und verhindert, dass die Unterseite des Stoffs unnötig dick wird.

Welche Spule brauchen Sie?

Jede Nähmaschine verwendet eine bestimmte Spulengröße. Die meisten modernen Maschinen verwenden eine Standard-Spulengröße (normalerweise etwa 3 cm Durchmesser), aber ältere oder spezielle Maschinen können andere Größen haben. Schauen Sie in der Bedienungsanleitung nach oder fragen Sie den Fachhandel, welche Spulenart zu Ihrer Maschine passt.

Kaufen Sie sich mehrere Spulen (mindestens 2–3). Das liegt auf günstigem Preisniveau und ist praktisch, wenn Sie verschiedene Unterfadenfarben nutzen möchten.

Unterfaden aufspulen – Schritt für Schritt

Schritt 1: Maschine ausschalten Stellen Sie sicher, dass die Nähmaschine ausgeschaltet ist, bevor Sie mit dem Aufspulen beginnen.

Schritt 2: Den Spulenwickler finden An der Seite oder der Rückseite der Nähmaschine finden Sie den Spulenwickler – ein horizontaler oder vertikaler Dorn. Das ist die Stelle, auf die Sie die leere Spule stecken.

Schritt 3: Die leere Spule aufstecken Stecken Sie die leere Spule auf den Dorn. Sie sollte fest sitzen, aber nicht so fest, dass Sie sie nicht herunternehmen können.

Schritt 4: Das Garn führen Fädeln Sie das Garn von der Großspule (der Oberfaden-Großspule) durch die vorgesehenen Fadenwege zur leeren Spule. Schauen Sie in der Bedienungsanleitung nach, welche exakte Fadenbahn nötig ist – das ist wichtig für die richtige Spannungseinstellung beim Aufspulen.

Schritt 5: Den Faden an der Spule befestigen Wickeln Sie den Faden von Hand ein bis zweimal um die leere Spule, damit er haftet. Das verhindert, dass der Faden beim Aufspulen abrutscht.

Schritt 6: Den Spulenwickler einschalten Viele Nähmaschinen haben einen Schalter, mit dem Sie den Spulenwickler aktivieren. Der Riemen wird dann von der Nähnadel auf den Spulenwickler übertragen und die Spule beginnt zu drehen.

Schritt 7: Langsam aufwickeln Treten Sie auf das Fußpedal, um die Spule zu drehen. Die leere Spule wickelt sich langsam mit Garn auf. Das dauert etwa 2–3 Minuten, je nach Fadennachfrage und Geschwindigkeit.

Schritt 8: Spule abnehmen Wenn die Spule vollständig gefüllt ist, stoppen Sie. Meistens springt der Spulenwickler automatisch aus. Schneiden Sie den Faden ab und nehmen Sie die Spule herunter.

Häufige Fehler beim Aufspulen

Fehler: Der Faden ist zu locker auf der Spule

Das bedeutet, dass die Fadenbahn nicht richtig eingestellt wurde oder die Spannung beim Aufspulen falsch ist. Der Faden wickelt sich zu locker auf, was zu schlechtem Stichbild führt. Lesen Sie die Anleitung nach und überprüfen Sie die Fadenbahn.

Fehler: Der Faden ist zu fest auf der Spule

Das kann passieren, wenn die Spannung beim Aufspulen zu hoch ist oder wenn Sie den Faden zu fest fixiert haben. Eine zu straf aufgespulte Spule kann reißen. Achten Sie darauf, dass der Faden gleichmäßig aufgewickelt wird.

Fehler: Die Spule war nicht richtig befestigt

Wenn die leere Spule nicht fest auf dem Dorn sitzt, kann sie verrutschen und das Aufspulen misslingt. Stecken Sie die Spule ordnungsgemäß auf und überprüfen Sie, dass sie sitzt, bevor Sie starten.

Die Spule in die Nähmaschine einlegen

Schritt 1: Das Spulengehäuse öffnen Öffnen Sie das Spulengehäuse (normalerweise ein kleines Fach unter dem Nähfuß). Schauen Sie in der Anleitung nach, wie das bei Ihrer Maschine funktioniert.

Schritt 2: Die alte Spule herausnehmen Wenn noch eine alte Spule drin ist, nehmen Sie diese heraus.

Schritt 3: Die neue Spule einsetzen Setzen Sie die neue, aufgespulte Spule in das Gehäuse. Sie sollte mit einer bestimmten Orientierung sitzen – schauen Sie nach, wie die Spule ausgerichtet sein muss.

Schritt 4: Das Spulengehäuse schließen Schließen Sie das Gehäuse wieder.

Die richtige Farbe und Art des Unterfadens

Idealerweise verwenden Sie einen Unterfaden, der die Farbe des Stoffs oder des Oberfadens angepasst ist. Das ist nicht zwingend – ein weißer oder schwarzer Unterfaden funktioniert mit den meisten Projekten – aber wenn Sie dünne oder helle Stoffe nähen, kann ein farbig angepasster Unterfaden unauffälligere Nähte geben.

Verwenden Sie normalerweise das gleiche Garn als Unterfaden, das Sie auch oben verwenden. Manche Näherinnen spulen spezielles, feines Unterfaden-Garn auf – das ist etwas dünner und macht dünnere Nähte auf der Unterseite.

Unterfaden-Probleme beheben

Problem: Unterfaden-Schlaufen auf der Vorderseite

Das deutet auf eine Unterfaden-Spannungsprobleme hin. Überprüfen Sie, ob die Spule richtig eingelegt ist und ob das Spulengehäuse korrekt geschlossen ist. Wenn das nicht hilft, könnte eine Fachperson die Unterfaden-Spannung justieren müssen.

Problem: Der Unterfaden reißt ständig

Das kann passieren, wenn die Unterfaden-Spannung zu fest ist oder wenn Sie den Faden zu rasch aufgespult haben. Überprüfen Sie, ob die Spule beschädigt ist oder ob Flusen das Spulengehäuse verstopfen.

Problem: Der Unterfaden ist schnell leer

Das ist normal, wenn Sie viel nähen. Spulen Sie einen neuen Unterfaden auf oder haben Sie immer ein Paar aufgespulte Spulen in Reserve.

Praktischer Tipp – Spulen auf Vorrat

Wenn Sie regelmäßig nähen, ist es praktisch, immer ein Paar aufgespulte Spulen in Ihrer Lieblingsfarbe zu haben. So müssen Sie nicht warten, wenn Sie spontan nähen möchten. Das kostet beim Aufspulen etwas Zeit, spart aber Zeit beim Nähen selbst.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft muss ich den Unterfaden neu aufspulen?
Das hängt davon ab, wie viel Sie nähen. Wenn der Unterfaden zur Neige geht (Sie sehen wenig noch auf der Spule), spulen Sie neu auf. Manche Menschen spulen mehrere Spulen auf Vorrat auf, andere nur bei Bedarf. Mit Erfahrung spüren Sie, wenn es Zeit wird.
Kann ich den Oberfaden auch auf die Spule wickeln?
Theoretisch ja, aber normalerweise nicht sinnvoll. Das Spulenwickler-System ist für den speziellen, etwas dünneren Unterfaden-Garn optimiert. Die Spannung beim Aufspulen ist anders als beim Oberfa dengebrauch. Für Anfänger: bleiben Sie beim Standard.
Was tue ich, wenn die Spule nicht richtig wickelt?
Überprüfen Sie, ob die leere Spule korrekt auf dem Spulenwickler sitzt und ob das Garn richtig geführt wird. Wenn der Garn zu locker oder zu fest wickelt, kann die Spannung falsch sein. Lesen Sie in der Anleitung nach oder lassen Sie es sich von einem erfahrenen Näher zeigen.
Brauche ich mehrere Spulen?
Ja, es ist praktisch, mehrere Spulen zu haben (mindestens 2–3). So können Sie verschiedene Unterfadenfarben vorbereitet haben und müssen nicht jedes Mal neu aufspulen, wenn Sie die Farbe wechseln. Spulen liegen auf günstigem Preisniveau.
Kann ich die falsche Spulengröße verwenden?
Nein. Jede Nähmaschine verwendet eine bestimmte Spulengröße. Wenn Sie die falsche Größe verwenden, passt sie nicht richtig in das Spulengehäuse und die Nähmaschine funktioniert nicht. Kaufen Sie immer die richtige Spulengröße für Ihre Maschine.